© Simon Perathoner

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JIŘÍ PŘÍHODA

 

*1966, Jihlava (CZ)
Lebt und arbeitet in Prag und Austin, Texas (USA)

G2
Diogenes’ Barrel (Poetry Pavilion), 2014-18
Materialien: Holz, Sperrholz, Corralit, Betonsockel
Maße: Breite 732 cm, Höhe 495 cm, Länge 650 cm
Leihgabe des Künstlers

Jiří Příhodas Werk Diogenes’Barrel (Poetry Pavilion), das für die 6. Biennale Gherdëina konzipiert wurde, ist beides: ein Ort der Kontemplation und ein Vorführungsort für Lesungen von Gedichten, die von Allessandro De Francesco geschrieben und komponiert wurden. Die doppelte zylindrische Struktur reflektiert die Dialektik von Innen und Außen und erschafft gleichzeitig offenen und geschlossenen Raum, der Pavillon ist Zufluchtsort in der atemberaubenden Landschaft des Col De Flam in Val Gardena mit einem sorgfältig umrahmten Blick auf den mythischen Langkofel.
Das Dach des Pavillons, der ansonsten hauptsächlich aus Holz gebaut ist, besteht aus leuchtendem Corralit, einem künstlichen Steinmaterial, das das Tageslicht absorbiert und im Dunkeln leuchtet, und so in langen Sommernächten magisch anmutet. Příhodas Werk Diogenes’ Barrel ist nach der berühmten Behausung des griechischen Philosophen benannt, der in einem großen Keramikfass auf dem Marktplatz wohnte, und es ist ein zugleich schlichter wie einzigartiger und mutiger Entwurf für eine alles umfassende räumliche Idee, die kühn die einheimische Sprache umschreibt, während sie den Respekt für die Tradition und den Stil des Ortes nicht verliert. Und so, im Geiste von Diogenes ­­– einem Exilanten und Ausgestoßenen ohne soziale Identität, dem die erste Verwendung des Wortes „Kosmopolit“ zugeschrieben wird und der sich selbst als „Bürger der Welt“ bezeichnete – ist der Pavillon eine Würdigung an die Poesie. Einem Medium, das eine universale Sprache nutzt und das von Franco Bifo Berardi als „versteckte Ressource, die es uns möglich macht, von einem Paradigma ins nächste zu wechseln“ bezeichnet wurde.