© Simon Perathoner

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„Ich versuche zu verstehen, welche Struktur die Realität hat“, erklärt Alicja Kwade, während sie eine Poesie des Skulpturalen praktiziert, und die lyrische Magie von Materialien untersucht. Kwades Skulpturen sind Meditationen über Zeit, Raum, und die Natur von Objekten. Die Künstlerin beschäftigt sich mit der Frage, was die „Wahrheit“ und „Zeit“ eines Objektes ausmacht, und inwiefern diese übereinstimmen mit der Beschreibung eines Objektes. Alltägliche Materialien so wie Stein, Glas, Holz, werden anhand von Prozessen in minimalistische Arrangements transformiert. Durch diese Veränderungen erlangen die Werke von Kwade neue Bedeutungsebenen.
Kwade’s neue Arbeit Absorption (Dolomite), welche eigens für die Biennale Gherdëina VI konzipiert und realisiert wurde, und in der Fußgängerzone von St. Ulrich installiert ist, verwendet einen originalen Dolomit-Stein und transformiert diesen vielfach anhand von Prozessen des Scannens und des Vervielfältigens. Die Künstlerin konfrontiert den Betrachter in einem schwindelerregenden Spiel von Wahrnehmung, indem sie Spiegelflächen installiert, die den Raum erweitern und die Umgebung reflektieren, oder – wie der Titel andeutet – sprichwörtlich absorbieren. So wird die Natur und der in ihr handelnde Mensch zu einem Akteur, in einem spannungsgeladenen Spiel zwischen sinnlicher und kognitiver Wahrnehmung.

ALICJA KWADE

 

*1979, Kratowice (PL)
Lebt und arbeitet in Berlin.

A2
Absorption (Dolomite), 2018
Dolomitstein, Aluminium, patinierte Bronze, Edelstahl hochglanzpoliert      
250 x 290 cm
Leihgabe des Künstlers und König Galerie, Berlin/London